Das Lötschentaler Museum orientiert sich bei seinen Tätigkeiten am Ehrenkodex des internationalen Museumsrates ICOM sowie an dessen Museumsdefinition, die lautet: "Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte ständige Einrichtung, die der Gesellschaft und ihrer Entwicklung dient, der Öffentlichkeit zugänglich ist und materielle Zeugnisse des Menschen und seiner Umwelt für Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecke sammelt, bewahrt, erforscht, vermittelt und ausstellt."
Das Lötschentaler Museum will gleichzeitig Kulturzentrum und Talgedächtnis sein. Es ist ein Ort der Kulturgütererhaltung, der Dokumentation, der Wissensvermittlung, der Begegnung und des Austauschs.
Das Museumsangebot richtet sich nach den Kriterien: Talbezug, Besonderheit (thematische Schwerpunkte), Aktualität sowie Lernen und Unterhalten.
Zur Erreichung seiner Zielsetzungen arbeitet das Museum partnerschaftlich und kontinuierlich mit Personen und Institutionen innerhalb und ausserhalb des Tals zusammen. Das Lötschentaler Museum ist Mitglied des Verbandes der Museen der Schweiz, der Vereinigung der Walliser Museen und des Verbundes Museumsnetz Wallis.
Zur Finanzierung und Bewältigung seiner Aufgaben verfügt das Museum über Organe wie Stiftungsrat, Konservatorenteam, Betriebsgruppe, Museumskommission, Förderverein. Eine wichtige Funktion kommt der Zusammenarbeit zwischen professionellen und ehrenamtlich tätigen Museumsleuten zu.
Organigramm, Pflichtenheft des Konservators, inhaltliche Ausrichtung und Sammlungspolitik des Museums sind schriftlich festgehalten und werden laufend den sich ändernden Bedingungen angepasst.
Inhaltliche Ausrichtung
Der in den 1980er Jahren gewählte Schwerpunkt des Lötschentaler Museums – Alltagskultur und Wandel – ist heute nicht mehr geeignet, dieses gegenüber anderen Museen genügend abzugrenzen. Es ist deshalb das erklärte Ziel des Museums, sich innerhalb der Walliser und der Schweizer Museumslandschaft neu zu positionieren.
Zu diesem Zweck definiert das Museum seinen thematischen Schwerpunkt neu. Dabei soll ein allgemeines, universelles Thema gewählt werden, für welches das Museum und das Tal ein gewisses Potential haben. Die Museumssammlung sowie die Geschichte und Volkskunde des Tals, aber auch die Publikumserwartungen lassen ein solches Potential im Bereich der Alltagsästhetik erkennen. Gemeint sind damit Themen wie Fest, Brauch, Lebenslauf, kollektive und private Glaubenspraxis, Ritual, Kleidung und Tracht, "Volkskunst"... Zusammengefasst geht es also um das Bemühen, dem Alltag Ordnung und Gestalt zu verleihen beziehungsweise um Ästhetik als Grundzug der Lebenswelt.
Diese Neuausrichtung des Museums versteht sich nicht als Gegensatz zum bisherigen Schwerpunkt Alltagsgeschichte (im Sinne von: die materiellen Bedürfnisse des Menschen bzw. die alltäglichen Dinge und Handlungen wie Arbeit, Ernährung, Wohnung, Kleidung, Freizeit). Vielmehr soll das Konzept Alltagskultur um die symbolische Dimension erweitert werden: Es geht um die Kultur der Bräuche, Feste und Rituale.